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Trial anFÜHRER

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.06.2007 Beiträge: 146 Wohnort: Nordweststadt - Hölle auf Erden!
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Verfasst am: 22.07.2008, 17:16 Titel: Eschata - Einführung |
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Stellt euch eine Welt vor, in der es keine Atheisten mehr gibt...
Eine Welt, in der die Menschheit einsehen muss, dass sie nicht einmal ansatzweise versteht, was alles zwischen Himmel und Erde vor sich geht...
Eine Welt, in der die Hölle und das Ende aller Zeiten zum Greifen nah sind...
Eine Welt in welcher die Gesetze der Naturwissenschaft hinter die der Magie, der Mystik und der Theologie zurücktreten...
Eine Welt in der Menschen Wunder wirken und sich mit übernatürlichen Wesen verbünden...
Eine Welt in der Staaten von Religionen abgelöst werden...
Eine Welt, in der heilige Schriften nicht mehr nur Legenden sind, sondern Tatsachenberichte...
Willkommen in der Welt von Eschata!
Irgendwo an der Grenze zwischen dem Königreich Spanien und Neu-Frankreich
„Horus an Seraphim, Horus an Seraphim! Kannst du mich hören?“
Das Sprechsystem in meinem Helm lies mich hochfahren. Was musste der Kerl sich auch immer dann melden, wenn ich mich gerade unter höchster Anspannung in feindliches Gebiet vorwagte? Ich rückte mein Kehlkopfmikrofon etwas besser zurecht um zu antworten, ohne dabei mehr als ein absolut unhörbares Flüstern von mir geben zu müssen.
„Ich kann dich bestens verstehen, Markus, nur keine Sorge. Und hör mir bitte mit diesen bescheuerten Decknamen auf, Alec reicht vollkommen aus.“
Nicht, das Alec ein minder bescheuerter Spitzname für mich gewesen wäre. Eigentlich heiße ich Alexander Maibach, aber spätestens mit meinem Nachnamen taten sich unsere allesamt amerikanischen Vorgesetzten so schwer, dass sie mich irgendwann nur noch Private Alec riefen... Na gut, mittlerweile Sergeant Alec.
„Ich halte mich nur an die Vorgaben, Seraphim. Wenn jemand unsere Frequenz mithört...“ krächzte es wieder aus meinem Kopfhörer.
„Wenn jemand unsere Frequenz mithört, dann sind wir so oder so in wenigen Minuten vermutlich allesamt erledigt. Deswegen ist es ja auch deine Aufgabe, eben das zu verhindern und deshalb darfst du auch in unserem gemütlichen Wagen sitzen bleiben und dich um die Technik kümmern, während wir hier draußen unseren Arsch aufs Spiel setzen. Also, gibt es irgendeinen wichtigen Grund, warum du mir gerade auf den Sack gehst?“
Markus war meine ungehaltene Art zum Glück schon seit Langem gewohnt. Um ehrlich zu sein war es mir sogar lieber wenn er sich von der Front fernhielt, einen solch zuverlässigen Kameraden wie ihn würde ich wohl so schnell nicht nochmal auftreiben können.
„Allerdings. Ich habe eben endlich ein Satellitenbild rein bekommen, auf dem man unser Ziel erkennen kann, war alles andere als einfach bei den ganzen Baumkronen die hier einem die Sicht nehmen. Noch 30 Meter Richtung Nordosten und ihr dürftet Sichtkontakt haben.“
Ich wand mich in die Richtung, die Markus mir durchgegeben hatte und robbte weiter nach vorne. Tatsächlich meinte ich dort in einiger Distanz so etwas wie einen Lichtpunkt ausmachen zu können. Um mich vollkommen zu vergewissern nahm ich kurz meinen Rucksack ab und kramte nach meinem brandneuen Feldstecher mit Infrarotmodus, ein Spielzeug das mich mehr als einen Monatssold gekostet hatte und welches sich nun in der Praxis beweisen durfte.
Das digital aufgebesserte Bild war gestochen scharf und bestätigte mich sofort in meinem Verdacht. Bei dem Lichtpunkt handelte es sich um ein großes Lagerfeuer um welches sich ein Kreis aus etwa einem guten Dutzend Menschen versammelt hatte. Ich hatte eine so gute Sicht auf das Geschehen, dass ich mir den Infrarotmodus sogar sparen konnte. Die Gestalten waren allesamt in schwarze Kutten gekleidet, was auch zu erwarten gewesen war, doch eine Person stach aus der Menge heraus, was einfach daran lag, dass sie als einzige keine Kapuze über dem Kopf trug.
„Markus, ich hab ihren Großmeister im Blick. Ich brauch unbedingt eine Identifizierung von dem Typen und außerdem möchte ich wissen, mit wie vielen wir es hier zu tun haben. Ich schick dir eine Aufnahme durch.“
Mit einem leisen Klicken betätigte ich den Auslöser auf meinem Feldstecher und konnte einen kleinen Ladebalken eingeblendet sehen, der mir zeigte, dass Markus meine Aufnahme in wenigen Sekunden erhalten haben sollte.
„Geht in Ordnung.“ erwiderte Markus. „Gib mir gerade eine Minute, dann kann ich dir sagen woran wir sind.“
Eine gute Zeit um einmal zu sehen, was mit dem Rest von meinem Team gerade los war. Ich richtete mich auf und gab den anderen ein deutliches Handzeichen, dass sie näher kommen sollten.
François war erwartungsgemäß der Erste der mir ins Auge sprang. Kein Wunder, was musste dieser Idiot auch in einer strahlend weißen Rüstung herumspazieren? Mochte zwar wahr sein, dass diese hochmodernen Keramik-Kevlar-Gemische wirklich hervorragenden Schutz gegen Angriffe aller Art boten, aber selbst jetzt, in tiefster und dunkelster Nacht und mitten in einem Wald war er etwa so unauffällig wie eine brennende Wunderkerze in einem Sprengstoffdepot. Noch dazu war es mir ein Rätsel, wie man sich in so einer Büchse überhaupt vernünftig bewegen konnte. Aber ich versuchte mittlerweile gar nicht mehr, ihm das auszureden. Templer konnten bei sowas einfach verdammt stur sein, selbst einen Tarnmantel als provisorische Maßnahme hatte er ausgeschlagen. Was sollte ich auch machen? Er war bei dieser Mission schließlich so was wie mein Vorgesetzter, schließlich hatten ja die Templer bei uns nach Söldnern gefragt, vermutlich weil sie ihre Truppen wieder mal im Kampf gegen Malchut verheizten. In dieser Tatsache lag ohnehin schon genügend Sprengstoff für diese Nacht, schließlich hatten sowohl Markus als auch ich in unseren Pässen „Malchut“ als Staatsangehörigkeit und „Kirche der jüngsten Verheißung“ als Glauben eingetragen stehen. Nun... wollen wir mal ganz ehrlich sein, aus Glaubensfragen mache ich mir eigentlich relativ wenig. Gott, oder sollte man vielleicht sagen: Den Göttern war es meiner Meinung nach relativ gleichgültig, was mit unserem Leben passierte. Warum sollte ich mich also umgekehrt nicht genauso verhalten?
Leider habe ich schon auf der Hinfahrt bemerken dürfen, dass François diese Ansicht sogar noch weniger zu schmecken schien als das Mondkreuzertum an sich. Seither habe ich lieber die Klappe gehalten, denn es war zugegebenermaßen nicht in meinem Interesse, dass er heute Abend mit seiner Waffe noch auf etwas anderes als unsere Gegner zielte. Ich bin Söldner, verdammt! Meine Aufgabe besteht darin, meinen Job zu erledigen und nicht darin, über Weltanschauungen zu diskutieren.
Mittlerweile war auch Catalina vorgetreten, die sich in der Wahl ihrer Tarnung deutlich geschickter als François angestellt hatte. Ohne ihren braunen Mantel, den sie die ganze Zeit zuvor getragen hatte, war sie kaum wieder zu erkennen, einzig das rote Halstuch hatte sie nach wie vor anbehalten. Ihr Tarnanzug ließ sie im fahlen Mondlicht beinahe mit ihrer Umgebung verschmelzen und lag atemberaubend eng an. Scharfe Schützin, unsere Scharfschützin, aber keineswegs eine der man krumm kommen sollte. Ich hatte vor einigen Jahren einmal den Fehler gemacht, bei einer anderen Schnitte, die ebenfalls für den Orden von Santiago im Dienst war, eine dicke Lippe zu riskieren. Seither habe ich es sein gelassen, Spanierinnen können bei so etwas sehr unangenehm werden. Gerüchten zufolge war dieser Auftrag eine Disziplinarmaßnahme für sie. Ein Grund mehr, die Klappe zu halten.
Jetzt fehlte ohnehin nur noch einer.
„Seth. Lass das alberne Versteckspiel und komm heraus.“ zischte ich in die Nacht hinein, in die Richtung aus der ich gerade das Rascheln einiger Büsche wahrgenommen hatte. Eine körperlose Stimme murmelte eine unverständliche Formel in einer mir unbekannten Sprache und schon nahm der hagere Kerl mit Jeans, langen schwarzen Haaren und dem Bandshirt irgendeiner unlesbaren Black Metal-Formation Gestalt an. Nichts, aber auch gar nichts an ihm erinnerte irgendwie an sein Dasein als Söldner, außer vielleicht der Ballovari ASP 7, die er entgegen aller gängigen Vorschriften in die Hose gesteckt hatte. Ich habe bei unserer ersten Begegnung diese lächerliche Aufmachung noch witzig gefunden, seit er aber einmal ein ganzes Bataillon der Märtyrerbrigaden mit einem Fingerschnippen hochgejagt hat, hat er sich meinen Respekt verdient.
„Spar dir die Zauberei für unsere Kollegen da vorne auf.“ wies ich ihn an. „Du wirst deine Kräfte noch brauchen, glaub mir.“
Seth nickte nur wortlos. Er redete generell nicht viel.
„Unheilige Kunst einzusetzen ist ohnehin eine Schande ohnegleichen, ein Verbrechen gegen Gott und Jesu Christi.“ knurrte François mürrisch. „Aber scheinbar ist es bei euch Söldnern ohnehin der Zweck, der die Mittel heiligt.“
Eine kluge Feststellung von ihm, dachte ich für mich, während Seth den Templer hinter seinem Rücken feixend nachäffte. Was wohl François dazu gesagt hätte, wenn er wüsste, dass Seth einmal in dem gleichen Verein tätig gewesen war wie die Typen vor uns, die wir gleich über den Haufen ballern sollten?
„Für solche Kindereien ist keine Zeit.“ zischte Catalina deutlich hörbar. „Wenn sie mit ihrem Ritual schon begonnen haben, dann haben wir hier gleich mehr Dämonen am Hals als wir zählen können.“
Wo sie Recht hatte, hatte sie Recht.
Zuletzt bearbeitet von Trial am 22.07.2008, 17:45, insgesamt einmal bearbeitet |
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Trial anFÜHRER

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.06.2007 Beiträge: 146 Wohnort: Nordweststadt - Hölle auf Erden!
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Verfasst am: 22.07.2008, 17:17 Titel: |
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Ausgangslage:
Wir schreiben das Jahr 2027.
Die Welt hat sich gewandelt und das nicht gerade zu unseren Gunsten.
Jahrhunderte der Aufklärung und der Ratio hinweggefegt, in nur einem einzigen Augenblick. Staaten und Regierungen zerbrachen und machten den Platz frei für Fanatiker, Aufrührer und Kultisten, das Reich der Menschen wich dem Reich Gottes und der Mensch selbst sah sich mit einem Mal Auge in Auge mit den Ausgeburten des Himmels und der Hölle.
Seit diesem einen Tag kann keiner mehr von uns leugnen, dass es einen Gott gibt und dass das jüngste Gericht jedem von uns bevorsteht. Wann, das ist nur eine Frage der Zeit. Und bis dahin machen wir Menschen das, was wir schon immer am Besten konnten: Uns im Kampf um Macht und Wahrheit gegenseitig die Kehlen aufzuschlitzen, während wir eigentlich wahrlich größere Probleme hätten.
Der 21.12.2012 war eines jener Daten, das Weltuntergangspropheten schon seit Langem im Blick hatten, doch im Gegensatz zu den unzähligen Untergangsprophezeihungen ihrer Vorgänger sollten sie dieses Mal recht behalten. Die genauen Ereignisse an diesem Tag lassen sich wohl kaum ausreichend zusammenfassen, fest steht jedoch folgendes:
Weltweit waren Wetteranomalien zu beobachten, die Beobachter größtenteils als einen „brennenden Himmel“ beschrieben, Naturkatastrophen aller Art zerstörten weite Landstriche, unzählige Menschen berichten von spirituellen Grenzerfahrungen oder Nahtoderlebnissen und sämtliche Zeugenberichte sind sich darin einig, dass die Mehrheit der Menschen an diesem Tag für eine kurze Zeitspanne Stimmen in ihrem Kopf hören konnte.
Der gesamte Prozess erstreckte sich über mehrere Stunden. Jeder bekam ihn mit.
Diese ganzen Zwischenfälle wären an sich schon gravierend genug gewesen, doch es sollte gerade erst der Anfang einer noch viel größeren Kette von Ereignissen werden. Während sich weltweit die führenden Größen aus Religion, Wissenschaft und Politik noch um eine Stellungnahme bemühten, mehrten sich bereits unerklärliche Vorfälle, die die Ordnung dieser Welt endgültig ins Wanken brachten. Aus allen Teilen der Welt mehrten sich Berichte über eine unbekannte Macht, die scheinbar wahllos militärische und zivile Ziele angriff, die verstörten Überlebenden berichteten von geflügelten Wesen, lebenden Toten und nahezu unaussprechlichen Kreaturen, gegen die konventionelle Waffen kaum etwas auszurichten schienen. Unzählige Menschen entdeckten mit einem Mal übersinnliche Fähigkeiten in sich, in Detroit verlor einer von ihnen die Nerven und brachte neun Menschen, darunter drei Polizisten um, ehe man ihn niederstrecken konnte. Er selbst war unbewaffnet. In vielen Teilen der Welt brachen Aufstände aus und Untergangspropheten konnten sich in diesen Tagen über regen Zulauf freuen.
In Anbetracht dieser globalen Krise rief der Vatikan eine Krisensitzung ins Leben, zu der die großen monotheistischen Religionsführer der Welt geladen wurden. Es mochte das erste Mal seit Jahrzehnten sein, das der Papst an einem Tisch mit Bischöfen, Imamen und Rabbinern saß, doch die Folgen dieser Sitzung sollten gravierend sein.
An diesem Tag entschlossen sich Juden, Christen und Muslime erstmals, ihre Differenzen zu überwinden und sich gemeinsam auf die Grundlagen der Tora, des Koran und des alten Testaments zu berufen. Ergebnis war die „Kirche der jüngsten Verheißung“, deren Anhänger bald nur unter dem Ausdruck „Mondkreuzer“ bekannt waren, eine ultrakonservative Zusammenlegung aller großen monotheistisch geprägten Weltreligionen. Die Mehrheit der Gläubigen schloss sich diesem neuen Konzept vorbehaltlos an, viele zuvor atheistisch oder agnostisch eingestellte Menschen wurden sogar begeisterte Anhänger, aus Angst vor dem jüngsten Gericht. Einige hingegen blieben skeptisch und so bildeten sich vor allem im arabischen Raum, in Europa und in Israel Gegenbewegungen, die an ihrem alten Glauben festhielten.
Während die Mondkreuzer mehr und mehr zu einer Supermacht heranwuchsen, die sich selbst den Namen Malchut oder auch „Das Reich Gottes“ gab, teilten längst erloschen geglaubte Ritterorden und eine Horde begeisterter Heiden den Rest Europas unter sich auf. In Amerika, Australien und Afrika finden schon beinahe in Vergessenheit geratene Naturreligionen auf einmal rasenden Zuwachs, während Asien von gottgleich gehandelten Kaisern und Königen regiert wird.
Ob als fanatischer Soldat im Dienste der gefürchteten Märtyrerbrigaden Malchuts, ob als aufrechter Priester im Dienste der Tempelritter, ob als gewitzte und verschlagene Stammesschamanin eines unbekannten Volks, ob als desillusionierter Söldner, ob als hochintelligente und aufgeklärte Magierin, als machthungriger Paktierer mit Dämonen oder aber als loyale Anhängerin eines asiatischen Kaisers, die Welt von Eschata erwartet euch. |
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